In Innsbruck beginnt heute eine neue Etappe der Mars‑Vorbereitung. Sechs Analog‑Astronauten – vier Frauen und zwei Männer – starten ihre viermonatige Grundausbildung. Teamführung, Elektronikgrundlagen und Risikomanagement werden dabei auf den Prüfstand gestellt.
Die Gruppe spiegelt die internationale und geschlechtliche Diversität wider, die künftige Expeditionen brauchen. Sie übt unter realistischen Bedingungen, unter anderem mit einem 50 Kilogramm schweren Raumanzug sowie intensiven Trainingsblöcken zu Sicherheit, Notfallprozeduren und Gerätewartung.
Eine geplante Übungsexpedition in Portugal dient als Feldtest unter echten Umweltbedingungen. Der Zeitrahmen bleibt jedoch langfristig: Erst in zwei bis drei Jahrzehnten könnte ein Mensch wirklich den Roten Planeten betreten. Die Erfahrungen der Vergangenheit, darunter 16 Simulationsexpeditionen im Oman, bilden das Fundament. Die heutige Grundausbildung in Innsbruck zeigt, wie Europa an der Schnittstelle von Theorie, Technik und Teamgeist arbeitet.
Neue Analog-Astronauten: Sechs Kandidat:innen beginnen Grundausbildung in Innsbruck
Vorstellung der Kandidat:innen
- Am 19.06.2026 um 13:40 Uhr präsentierte das Österreichische Weltraum Forum sechs neue Analog-Astronauten, einen Schritt in der fortlaufenden Vorbereitung auf künftige Marsmissionen.
- Die Gruppe besteht aus vier Frauen und zwei Männern; eine deutliche Diversität in Bezug auf Geschlecht und Herkunft.

Ausbildungsstart in Innsbruck
- Gleich nach der Vorstellung beginnt die viermonatige Grundausbildung in Innsbruck, in der grundlegende Kompetenzen in Technik, Sicherheit und Teamarbeit vermittelt werden.
- Ausbildungsinhalte umfassen Kurse in Elektronik, Safety und Risk-Management; der Raumanzug wiegt 50 Kilogramm.
Internationale Zusammensetzung
- Claudia Gollner ist Österreicherin.
- Arfor Houwman ist ein in Innsbruck lebender Niederländer; exemplarisch für die internationale Zusammensetzung der Gruppe.
Übungsabfolge: Marsmission in Portugal
- Als Teil der Übungsabfolge ist eine Marsmission im frühen Frühjahr in Portugal vorgesehen, die reale Umweltbedingungen simuliert.
Bedeutung des Namens
- Der Name Analog-Astronauten erklärt sich aus der Orientierung an zukünftigen Marsexpeditionen: Die Aufgaben erfolgen in Analogie zu dem, was dort erwartet wird.
Ausblick auf die Missionen
- Eine reale Marsmission wird voraussichtlich erst in 20 bis 30 Jahren stattfinden; dennoch soll die neue Gruppe schon heute Erfahrungen sammeln.
- Grömer betont, dass der erste Mensch auf dem Mars schon geboren ist, auch wenn der Schritt noch aussteht.
Historische Simulationserfahrung: 16 Expeditionen, Oman und Lernziele
Überblick der Simulationserfahrungen
- Es wurden bisher 16 Simulationsexpeditionen durchgeführt.
- Jede Expedition dauerte zwei bis vier Wochen und diente der gezielten Übung in Geowissenschaften, Systemen und Arbeitsabläufen.
- Unter anderem fanden Expeditionen im Oman statt, wodurch trockene, isolierte Umgebungen simuliert wurden.
- Diese Erfahrungen bilden die praktische Grundlage für künftige Missionsabläufe und Teamdynamiken in belasteten Habitat-Szenarien.

Lernfelder und Zielsetzungen
- Der Fokus lag auf der Mensch-Maschine-Zusammenarbeit.
- Geowissenschaftliche Fragestellungen wurden bearbeitet, die später auf der Marsoberfläche relevant sein können.
- Ein zentrales Ziel bestand darin, Risiken zu minimieren, indem Fehler außerhalb des Mars gemacht und daraus gelernt wird.
- Durch diese Lernprozesse lassen sich potenziell mehrere Millionen Euro an Ressourcenkosten sparen, indem frühzeitig Fehler erkannt und mitigiert werden.
Wirtschaftliche Auswirkungen
- Das Einsparpotenzial ergibt sich aus der Vermeidung teurer Fehleinsätze und Anpassungskosten.
- Frühzeitige Fehlererkennung und -behebung senken langfristig Ressourcenkosten und erhöhen die Missionssicherheit.
- Die wirtschaftliche Nutzenlogik unterstützt Investitionen in Training, Infrastruktur und Simulationen als Risikoreduktionsmaßnahme.
Ausbildungs- und Auswahlbasis
- Die gesammelten Erfahrungen bilden die Grundlage für die heutige Ausbildungs- und Auswahlstrategie des ÖWF.
- Sie prägen Ausbildungsinhalte, Bewertungsmaßstäbe und die langfristige Personalplanung im Österreichischen Weltraumforum.
Auswahlprozess und Ausbildungsinhalte: Vier Monate, 50 kg Raumanzug, harte Tests
Grundausbildung: Vier Monate, Teamfähigkeit, Technik, Belastbarkeit
- Die sechs Kandidaten absolvieren eine viermonatige Grundausbildung in Innsbruck, die Teamfähigkeit, technisches Know-how und Belastbarkeit gezielt stärkt.
- Ein intensives Trainingsprogramm prüft, wie Kandidaten unter Belastung zusammenarbeiten, Probleme lösen und Entscheidungen treffen.
- Diese Grundkompetenzen bilden die Basis für die weiteren Ausbildungsphasen.
Raumanzug und Belastung
- Der Raumanzug wiegt 50 Kilogramm und bildet eine zentrale physische Hürde.
- Daher gehören Fitness- und Belastungstests zum Programm, um aerobe Kapazität, Muskelkraft und Gleichgewicht zu bewerten.
- Diese Herausforderungen fließen in die Ausbildung ein und bereiten auf die nächsten detaillierten Ausbildungsinhalte vor.
Ausbildungsinhalte im Detail
- Elektronikgrundlagen: Grundlagen der Elektronik, Sensorik und Stabilität von Bordsystemen.
- Safety- und Risk-Management: Risikobewertung, Sicherheitsprotokolle, Notfallszenarien.
- Notfallprozeduren: Vorgehen bei Systemausfällen, Evakuierungs- und Rettungsabläufe.
- Kommunikations- und Gerätewartungstraining: Funk- und Kommunikationsprotokolle, Wartung von Geräten, Fehlerdiagnose.
- Diese Inhalte bilden die Grundlage für die nachfolgende, anspruchsvolle Auswahl.
Auswahlprozess: Hart und kompetitiv
- Der Auswahlprozess war hochkompetitiv; Kandidaten mussten eine Reihe von Tests durchlaufen.
- Die Tests zogen die Kandidaten an ihre körperlichen Grenzen.
- Die Anforderungen prüften Ausdauer, Kraft, Koordination und Fokus unter Druck.
- Sie bereiten die Kandidaten auf die nächste Phase vor.
Kandidaten im Fokus
- Claudia Gollner, eine Österreicherin, gehört zur Gruppe.
- Arfor Houwman, Niederländer, arbeitet bzw. wohnt in Innsbruck.
Zielsetzung der Ausbildung
- Ziel ist es, Fähigkeiten zu entwickeln, die in rauen Weltraumumgebungen funktionieren, einschließlich Stressmanagement, Entscheidungsfindung und effektiver Teamkoordination.
Zukunftsausblick: Mars-Mission in 20–30 Jahren, Grömer-Zitat
Seit dem Vorstoß der Analog-Astronauten kristallisiert sich ein klares Bild für die kommenden Jahrzehnte heraus: Eine reale Mars‑Mission wird voraussichtlich erst in 20 bis 30 Jahren Realität, ein langfristiger Prozess aus Entwicklung, Tests und kontinuierlicher Finanzierung. Jüngste Entscheidungen und die laufende Grundausbildung zeigen, dass Europa schrittweise Kapazitäten aufbaut, um in diesem Zeitraum leistungsfähig zu sein.
Langfristiger Weg und Finanzierung
Der Zeitraum von zwei bis drei Jahrzehnten erfordert stabile Roadmaps, verlässliche Partnerschaften und kontinuierliche Investitionen in Technologien, Infrastruktur und Ausbildung. Nur nachhaltig finanzierte Programme ermöglichen eine Vorbereitung, die Risiko‑ und Kostenprofile zuverlässig steuert.
Nutzen der Analog-Missionen
- Risikominimierung durch frühzeitige Tests von Technologien, Abläufen und Teamdynamik.
- Kostenkontrolle durch Fehlervermeidung außerhalb des Mars, wodurch teure Zwischenfälle reduziert werden.
- Umweltbedingungen und Entscheidungsprozesse werden realitätsnah geprüft.
- Lernkurven ermöglichen iterative Verbesserungen, bevor echte Missionen anstehen.
Portugiesische Frühjahrsmission als Übungsfeld
Die Marsmission soll im Frühling in Portugal stattfinden; dort dient eine konkrete Übungsplattform dazu, Umweltbedingungen, Entscheidungen und Zusammenarbeit unter realistischen Bedingungen zu erproben.
Grömer-Zitat
„Der Mensch, der den ersten Schritt auf den Mars setzt, ist aber schon geboren.“
Europas Kompetenzen stärken
Diese Initiative stärkt Europas Kompetenzen in Astronautik und Weltraumforschung, verbindet theoretische Vorbereitung mit praxisnahen Tests und erhöht Europas Sichtbarkeit als Akteur künftiger Langzeitmissionen.
Ausblick auf künftige Programmgestaltung
In Zukunft wird das Programm weitere Aspekte von Mensch-Maschine-Interaktion und Geowissenschaften in längeren Missionen integrieren und so die Einsatzfähigkeit unter realen Langzeitbedingungen erhöhen. Seit dem 19.06.2026 arbeiten sechs neue Analog-Astronauten (vier Frauen, zwei Männer) in Innsbruck an der Grundausbildung, um diese Ziele praxisnah zu verankern.
Fazit
Die Innsbrucker Grundausbildung der sechs Kandidat:innen markiert einen weiteren Schritt auf dem Weg zur Mars‑Mission: Theorie und Praxis verschmelzen in einem realitätsnahen Vorbereitungsraum, in dem Teamführung, Elektronikgrundlagen und Sicherheitsprotokolle Hand in Hand gehen.
Die Zusammensetzung der Gruppe, das Gewicht des Raumanzugs und die geplanten Übungen in Portugal zeigen, wie Europa Lernprozesse gestaltet, die über einzelne Experimente hinausgehen. Die Erfahrung aus 16 Simulationsexpeditionen im Oman dient als solides Fundament, auf dem jetzt konkrete Kompetenzen aufgebaut werden, um künftige Missionsabläufe sicherer zu machen — lange vor dem ersten echten Schritt auf dem Roten Planeten.
Der Blick nach vorn bleibt nüchtern: Europas Ansatz erweitert Fähigkeiten, reduziert Risiken und macht Langzeitmissionen wirtschaftlich tragfähig. Analog‑Missionen fungieren als Lernlabor, bevor Nervenkitzel und Kosten echter Einsätze entstehen. Mit stabiler Finanzierung, engen Partnerschaften und fortlaufender Integration von Mensch‑Maschine‑Interaktion sowie Geowissenschaften wird die Gemeinschaft schrittweise zu einem verlässlichen Bestandteil künftiger Mars‑Strategien.